Vortrag von Frau Dr. Gudrun Graf

"Herzinfarkt und Schlaganfall, nicht zögern, jede Minute zählt - Notruf 19222 wählen!" So deutlich wurde Internistin Dr. Gudrun Graf in ihrem Vortrag beim Katholischen Männerverein am Sonntag im Pfarrheim St. Josef.

 

 

Kaum ein Vortrag hatte soviel Interesse geweckt. Vollbesetzt war der Pfarrsaal, als Vorsitzender Helmut Weig festhielt, dass immer mehr, auch junge Menschen, mit den Folgen dieser plötzlich auftretenden Krankheit konfrontiert werden. Gerade bei Schlaganfall werden die Betroffenen und Angehörigen mit den Folgeerscheinungen oft unerwartet vor große Probleme gestellt. Wie kann man frühzeitig die Warnsignale des menschlichen Körpers erkennen, wie kann man Vorbeugen, welche Möglichkeiten der heutigen Medizin können das Leben der Betroffenen einigermaßen erträglich gestalten. Fragen, mit denen sich die Neustädter Internisten Dr. Gudrun Graf mit ihrem sehr verständlichen Referat auseinander setzte. Jährlich gebe es rund 300.000 Herzinfarkte in der Bundesrepublik, an dessen Folgen 170.000 Menschen sterben. Herzinfarkt sei ein unvermeidbares Schicksal und bedeute Lebensgefahr. Die Reaktion in den ersten zwei Stunden bei auftretenden Schmerzen seien entscheidend, denn jeder dritte Mensch mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor er die rettende Klinik erreicht. Also heißt die Parole: Nicht warten! Auf Herzinfarkte an Samstagen und Sonntagen sollten nicht erst am Montag reagiert werden. Das könne zu spät sein. Gefährlich sei auch, selbst mit dem Auto zur Klinik zu fahren. 

Dr. Gudrun Graf erläuterte in überaus verständlicher Weise die Alarmzeichen eines Herzinfarkts. Dazu gehören schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können. Dazu gehören starkes Engegefühl, heftiger Druck, Brennen im Brustkorb, Atemnot, Übelkeit, Brechreiz, Angst, Schwächegefühl, blasse, fahle Gesichtsfarbe und kalter Schweiß. Bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, Brechreiz und Erbrechen häufiger als bei Männern.Risikofaktoren sind unter anderem mangelnde Bewegung, Rauchen, Gewicht und falsche Ernährung. Die Internistin hatte die Zuhörer mit der Erläuterung, wie medizinische Instrumente, so der Herzschrittmacher und Herzkatheter, angewendet werden, in den Bann gezogen. Fast erschrocken waren die Besucher bei der Mitteilung, dass im Landkreis Neustadt/WN bisher eine Unterversorgung vorherrschte. Deshalb wurde das Weidener Herzinfarkt-Netz (WHIN) in der Klinik Nordoberpfalz AG in Weiden seit Januar 2010 ins Leben gerufen.

Bei Schlaganfällen sei eine Durchblutungsstörung des Gehirns die Ursache. Für die Behandlung sei äußerst wichtig, die genau Uhrzeit des Vorfalls festzuhalten. Dr. Gudrun Graf hatte auch hier die Symptome sehr ausführlich geschildert. Eindringlich ihre Bitte, bei Schlaganfällen sofort den Notarzt anzurufen. Der Blutdruck spiele bei Schlaganfällen eine entscheidende Rolle. Nach einer Blutdruckmessung bei einem Versammlungsteilnehmer hielt die Internistin fest, dass ein Blutdruck der niedriger als 140/90 mm Hg sei als ideal bezeichnet werden könne. 

Es konnte nicht ausbleiben, dass nach diesem Vortrag Dr. Graf noch eine Reihe von Fragen zu beantworten hatte, wobei selbst Vieraugengespräche nicht ausblieben. Vorsitzender Helmut Weig hatte sich mit einem Präsent bei der Referentin bedankt.

Text und Bild von Fred Lehner

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