Floß - einst und jetzt

"Floß einst und jetzt" - Unter dieses Motto stellten Peter Pierepioka und Harald Meierhöfer in einer bisher noch nie gesehenen Bilddokumentation von Ortsansichten aus früherer Zeit und der Gegenwart ihren Lichtbildervortrag am 15. November 2009 zusammen. Das gelungene Werk präsentierten sie erstmals am Sonntag im Pfarrsaal St. Josef beim Katholischen Männerverein.

"Nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch die Zukunft meistern", hielt Vorsitzender Helmut Weig eingangs fest. Der Zuspruch zeige, dass man eine glückliche Hand bei der Auswahl der Jahresvorträge hatte. Er sei überaus dankbar, dass sich Flosser Bürger bei ihrem Hobby der Fotografie und Sammlung früherer Ansichtskarten ergänzten. Die Bilddokumentation kommentierte Bürgermeister a.D. Fred Lehner auch in seiner Eigenschaft als Heimatpfleger des Oberpfälzer Waldvereins.

Die Bilder spannten einen breiten Bogen von alten Ortsansichten bis zur Gegenwart. Das reichte von verschiedenen Blickwinkeln der beiden Pfarrkirchen St. Johannes und St. Johannes Baptista und der St. Nikolauskirche bis zum jüdischen Friedhof, vom Luitpoldplatz zur Freiherr-von-Lichtenstern-Straße, der Anlage des Kriegerdenkmals (1927 eingeweiht) hin zum "Marktbrunnen" (Röhrkasten) bis in das Marktzentrum mit der heutigen Marktplatzanlage.

Immer wieder mit Geschichtsdaten aufwartend, lebte der Vortrag damit auch von Heimatgeschichte. Der Name des Erbauers des "neuen Floß" nach dem Großbrand im Jahre 1813, Bezirksamtmann und Landrichter Karl Reisner Freiherr-von-Lichtenstern, durfte dabei nicht fehlen. Er war es, der die beiden Ensemble "Markt" und "Judenberg" schaffte und so ein markantes städtebauliches Bild entwickelte, das sein Herzstück mit dem frühren "Paradeplatz" und dem Röhrkasten fand. Auf die in letzter Zeit angeregte Umgestaltung der Marktplatzanlage angehend meinte Fred Lehner, dass eine Veränderung der Marktplatzanlage nicht ohne einem Städtebauplaner in Verbindung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter Mitwirkung der Flosser Bevölkerung geschehen sollte. Das sei man der Geschichte und einem ansprechenden städtebaulichen Bild schuldig. Dominant das "Alte Pflegschloss", das als Heimatmuseum umgestaltet werden sollte.

Immer wieder gab es interessante Gegenüberstellungen von Straßenzügen, einzelnen Häusern und der heutigen Gestaltung. Die Untere und Obere Bachgasse, das frühere Kommunbrauhaus (bereits 1421 gab es 161 Baurechtler), wo heute das Feuerwehrgerätehaus steht, die Siedlungen der Baugenossenschaft "Eigenheim" in der Eigenheimsiedlung, dem Puppberg und Hardtheim waren ebenso interessant zu sehen, wie die im Jahre 1920 errichtete Floßbachufermauer in der Unteren und Oberen Bachgasse. Verschwunden sind das katholische Schulhaus in der Neustädter Straße (heute Wohnhaus) und das protestantische Schulhaus am Alten Pflegschloss (heute steht auf diesem Grund und Boden das neue Rathaus).

Es konnte nicht ausbleiben, dass Fred Lehner zum Abschluss des Vortrages die erste Strophe des Flosser Heimatliedes in Erinnerung brachte: "Mia san die Flossa, mia san schtolz, mia hom vl Schtoina, hom vl Holz, mia hom an schöinsten Mak da Welt, mia san Flossa, mia san geschellt".

Der kräftige Beifall war ein herzliches Dankeschön an Peter Pierepioka und Harald Meierhöfer für die eindrucksvolle Bilddokumentation, sowie Fred Lehner für seinen heimatgeschichtlichen Kommentar.

Text- und Bildmaterial von Fred Lehner und Harald Meierhöfer

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